Ein Stück Wildnis mit Geschichte

Vom Brombeerschlaf zu einem Ort voller Leben

 

Alles begann mit einer Machete

Das knapp 5.000 Quadratmeter große Grundstück in St. Arnual nähe Saarbrücken ist ein Erbstück meiner Uroma. Über Jahrzehnte lag es weitgehend unberührt im Brombeerschlaf.

Im November 2024 habe ich mir mit einer Machete den Weg durch das dichte Brombeergestrüpp freigeschlagen. Von dem Grundstück war damals kaum noch etwas zugänglich.

Gemeinsam mit meiner Familie und meinen Kindern begannen wir, die ersten Flächen freizulegen und Platz für ein Hauptlager zu schaffen.

Stück für Stück erwachte das Grundstück aus seinem Brombeerschlaf

Aus den gefällten Pionierbäumen entstand eine erste kleine, selbst geflochtene Hütte. Der alte Unterstand war inzwischen so marode, dass er kurz vor dem Einsturz stand. Also wurde er mit viel Arbeit neu aufgebaut.

Eine Feuerstelle kam hinzu und nach und nach nahm das Gelände Gestalt an. Es wurde gefällt, gesägt, geschleppt, gebaut und immer wieder gegen die Brombeeren gearbeitet.

Als Erbstück über Generationen weitergegeben, ist das Grundstück heute auch ein Ort des familiären Zusammenhalts, der mit viel gemeinsamer Arbeit und Unterstützung wieder zum Leben erweckt wurde.

Seine wilden Bewohner sind geblieben

Auch wenn sich vieles verändert hat, ist das Grundstück nach wie vor ein ziemlich wildes Stück Erde.

Die Wildkameras halten regelmäßig fest, welche Tiere hier unterwegs sind und wie sie sich in ihrem natürlichen Lebensraum bewegen.

Besonders die Wildschweine fühlen sich hier offenbar ausgesprochen wohl. Manchmal etwas zu wohl, denn ihre nächtlichen Besuche hinterlassen regelmäßig deutliche Spuren.

Heute ist daraus ein besonderer Ort geworden

Heute gibt es einen großen Lagerplatz mit Feuerstelle, einen geräumigen Unterstand, der auch bei Regen Schutz bietet, und einen Bauwagen, der mir als persönlicher Rückzugsort dient.

Zwischen den genutzten Flächen dürfen Pflanzen wachsen, Tiere ihre Spuren hinterlassen und die Natur ihren eigenen Weg gehen.

Ein Tor zur Wildnis am Rande der Stadt

Auch wenn hier das Rauschen der nahen Autobahn zu hören ist, zwitschern die Vögel und summen die Insekten. Die Natur ist überall um uns herum, auch dort, wo wir sie vielleicht nicht unbedingt erwarten.

Gerade für die Wildnispädagogik bietet dieses Grundstück viele Möglichkeiten. Tierspuren entdecken, Pflanzen kennenlernen, Veränderungen im Laufe der Jahreszeiten beobachten und Fragen stellen, auf die sich die Antworten draußen finden lassen.

Neben den wildnispädagogischen Angeboten finden hier auch meine Feuerküche und Outdoor-Erste-Hilfe-Trainings statt.

Und ein Ort, der immer mehr mit Leben gefüllt wird

Was über Jahrzehnte im Brombeerschlaf lag, ist heute wieder ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen.

Und ich freue mich darauf, ihn nicht nur mit meiner Familie, sondern auch mit den Menschen zu teilen, die hier mit mir draußen sein, entdecken und am Feuer kochen möchten.

 

Die Geschichte dieses Ortes ist noch lange nicht zu Ende.